Europa, Griechenland und überhaupt

Mir wird aus dem Spiel der Griechen schon wieder viel zu viel Politik gemacht. Es ist immer noch Fußball und kein Entscheidungsspiel um die Beziehungen zwischen Griechenland und Deutschland.

Auch, und gerade Abseits vom Fußball; Wo man auch hin schaut wird gegen „Die Griechen“ geschimpft, „DIE“ nehmen nur „UNSER“ Geld. „Denen gönne ich garnichts, die kassieren nur ab“ usw. usf.

Was soll diese Verallgemeinerung? Ist zu irgend jemanden von uns ein Grieche gekommen und hat uns Geld aus der Tasche geklaut? Nein, und selbst wenn dann müssten wir auf diesen einen sauer sein. Aber mit welchem recht wird ein ganzes Volk auf allen Kanälen beschimpft? Allen voran dieses unsägliche Schmierblatt das wir alle leider kennen und einige  arme Menschen auch noch lesen und ernst nehmen.

Genau solche Schmierblätter gibt es auch dort und die hetzen gegen „die Deutschen“.

Wollen wir uns diese größte Errungenschaft der letzten Jahrhunderte in Europa, die europäische Einigung, wirklich dadurch kaputt machen lassen? Wollen wir zurück zur Kleinstaaterei mit 20 einzelnen Währungen? Dann können wir ja auch gleich wieder Zollstationen an den Grenzen aller Fürsten- und Großherzogtümer aufbauen.

Ich bin überzeugter Europäer und wahrlich nicht mit allem einverstanden das in Brüssel produziert wird, aber ein geeinigtes Europa, politisch und wirtschaftlich ist für mich, um mal aktuelle politische Sprachschöpfungen zu nutzen, alternativlos. Nichts wäre China, Russland und den USA lieber wenn Europa wieder zu kleinen Staaten zerfällt. Ich empfehle dazu einmal „The Grand Chessboard“ von Zbigniew Brzeziński zu lesen, dort steht klipp und klar das es das Ziel amerikanischer Politik sein muss ein geeinigtes Europa zu verhindern. Denn allein hat kein europäisches Land international noch eine wirtschaftliche oder politische Chance.

Es wurden bei der Euroeinführung und der EU-Erweiterung leider massive Fehler begangen (soweit ich das mit meinem beschränkten wirtschaftlichen Verständnis sehen kann). Dazu gehört auch das einige Länder zu früh aufgenommen wurden. Aus wirtschaftlicher wie auch aus politischer Sicht (bei politisch fällt mir auch Anhieb Ungarn ein). Mit diesen müssen wir jetzt aber leben und irgendwie da durch. Das ist jetzt kein Pro oder Contra für die aktuelle Griechenlandgeldpolitik, ich verstehe davon nicht genug um eine korrekte Meinung zu bilden. Es ist nur eine Forderung das wir nicht bei den ersten Problemen aufgeben sollten, sondern eine Lösung finden müssen.

Wenn das aktuelle Finanzsystem ein Problem ist müssen wir dieses ändern, und nicht die europäische Idee.

Im kleinen sollte jeder aufhören auf „Die Griechen“, „Die Deutschen“, „Die Südeuropäer“ etc. zu schimpfen. Wir sitzen alle in einem Boot und ein Land kann nicht meinen sich als besser als alle anderen hin zu stellen. Das sind wir nicht. Kein Deutscher ist auch nur einen Deut besser als ein Franzose, Italiener, Grieche oder Spanier. Wir sind Europäer.

Ausser beim Fussball, da ist es keine Frage das WIR besser sind als alle anderen 😉

 

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