Benzinpreismeldestelle versus Luxus Auto

Eins vorweg, der Autor liebt Auto fahren und er liebt es so schnell wie möglich Auto zu fahren und will auch nicht darauf verzichten.

DieselpreisHeute geht es wieder durch die Medien, die Bundesregierung tut etwas gegen den „Benzinpreiswucher“. Super, genial, endlich! *roflcoptergtfo*. Jede Nähe zu kommenden Wahlen ist rein zufällig und hat natürlich nichts damit zu tun.

Was wird da eingeführt, eine neue Datenbank (Datenbank ist das neue „bilde Arbeitskreis“) in der alle Tankstellen ihren aktuellen Preis eintragen sollen (dazu kommen noch die angeblichen Einkaufspreise um die Kalkulation überprüfen zu können.) Feine Sache dachte ich, dann kann man online in Echtzeit die Preise in der Umgebung abfragen. Dachte ich aber nur. Anstatt eine sinnvolle Anwendung mit diesen Daten zur Verfügung zu stellen, die nicht nur auf freiwillige Meldung und Sichtung einzelner Autofahrer basiert, wird hier ein nicht öffentlich zugängliches Machwerk erstellt das nur dafür sorgt das noch mehr Bürokratie entsteht.

Klar, wenn man die Kalkulation überprüfen kann, kann man evtl. erkennen wo unbegründete Preiserhöhungen erfolgt sind. Super, und dann? Will der Herr Rösler sich vor die Konzernzentralen stellen und solange die Luft anhalten bis sie die Preise senken? Ohne Sanktionsmöglichkeiten ist das weniger als ein zahnloser Tiger, das ist nichtmal ein Bettvorleger.

Von daher ist dies ganze nur das als was es als erstes scheint, eine Wahlkampfnebelkerze die am Ende die bezahlen um deren Stimme geworben wird.

Anstatt wieder einmal nur Fassadenpolitik zu betreiben sollte lieber einmal angedacht werden wie man den Grund des Übels anpackt, den Benzinverbrauch. Denn wenn der sinkt, sinkt auch die Nachfrage und somit der Preis zumindest solange es noch Öl gibt.

  • Autogröße

    Die, die am lautesten jammern sind wahrscheinlich die, die eine dieser sinnlos großen Penisverlängerungen fahren müssen. Und wenn die ihre 12l raus jagen mag das für die Größe vielleicht wenig sein, aber wozu überhaupt diese Größe? Wenn ich das durchschnittliche Park- und Fahrverhalten der Fahrer dieser Schlitten sehe, wäre ein Smart oder ein Fahrrad besser geeignet. Diese Wagen sollten mit extra Abgaben belegt werden die sich an der Größe sowie dem (realen!) Benzinverbrauch und Schadstoffausstoß berechnet. (unabhängig von Gewicht)Schön wäre auch die größten Varianten gleich mit dem Prädikat „landwirtschaftliches Nutzfahrzeug“ zu belegen und max. 80km/h zu erlauben. Dazu auch noch Überholverbot in Baustellenbereichen.

  • Firmenfahrzeugförderung ersatzlos abschaffen

    Diverse Luxusmarken werden da wieder den Untergang des Abendlandes sowie ca. 12 Trillionen Arbeitslose heraufbeschwören. Ist man ja gewohnt. Aber warum sollte der Staat fördern das irgendwer einen Luxusschlitten auf Firmenkosten fahren darf? Wenn es den Firmen zu teuer ist, sollen sie halt einen Golf kaufen statt einem A8. Tut den lichthupenden Linksspurdränglern sicher mal ganz gut. Und entspannter werden sie auch. Hebt garantiert auch den Shareholdervalue.

  • Alternative Antriebe und benzinsparende Varianten fördern

    Damit nicht nur die Benzinvernichter bestraft sondern die Sparer auch belohnt werden, sollten Anreize geschaffen werden sich ein sparsames KFZ anzuschaffen. Damit würden auch die Hersteller motiviert eben diese zielgerichteter zu entwickeln.Das meiner Meinung nach beste Konzept im Moment ist das des Opel Ampera, der kein Hybrid ist sondern mit einem Range-Extender funktioniert. Dieser ist IMHO leider noch viel zu teuer ohne Förderung.

  • Sooft es geht auf das eigene Auto verzichten und mehr den ÖPNV nutzen

    Um nicht nur nach dem Staat zu schreien, was kann man selber tun. Ganz einfach, mehr ÖPNV nutzen wo es möglich ist.Klar, es ist unbequem wenn man statt in seinem klimatisierten Auto in eine warme Straba steigen muss. Aber wenn man auf diesen Luxus besteht, muss man damit leben das es ein teurer Luxus ist.Ich selber bin bis Dezember letzten Jahres werktäglich 110km gependelt (55km eine Strecke) und habe mich täglich über die A5 und den Stadtverkehr Karlsruhe aufgeregt. Also habe ich mal geschaut was sonst noch ginge und bin auf die KVV Kombi-Card für 69 Euro im Monat gestoßen. Netzweit einen Monat lang. Wenn man sich das ausrechnet ist es, sein wir ehrlich, geschenkt.Also habe ich auf Basis dieser 69 Euro gerechnet. Entweder täglich den Golf  genervt durch Staus und Baustellen  jagen und ca. 230 Euro nur für Sprit im Monat rausblasen (Reparaturen und Versicherung garnicht mit gerechnet), oder für 69 gemütlich sitzend in der Bahn täglich hin und zurück kommen.

    Ich fahre jetzt morgens 6km zur besten Haltestelle mit Park + Ride, stelle dort das Auto ab und steig in die Bahn. Klar, hin und wieder verpasse ich einen Anschlusszug oder muss wie heute morgen einen Spaziergang durch die Stadt einlegen weil es eine Panne gab, aber das ist die Ausnahme und wirklich kein Problem.

    Auch bin ich täglich knapp 1h länger unterwegs, aber dafür entspannt und dank Kindle lese ich bedeutend mehr inzwischen.

    Insgesamt kann ich mich am Ende jedes Monats über knapp 150 gesparte Euro und 2080 gesparte Kilometer freuen. Wenn das soviele wie möglich machen wirkt das besser als jede schwachsinnige „am Freitag tanken wir garnicht“-Aktion.

    Und trotzdem habe ich jede Freiheit die mir ein Auto erlaubt, inkl. auf der Autobahn mal über 200 zu beschleunigen wenn ich Lust drauf hab.

  • Pendlerpauschale

    Dort wo kein ÖPNV sinnvoll möglich ist sollte eine Erhöhung der Pendlerpauschale angedacht werden, denn trotz allem muss es bezahlbar bleiben zur Arbeit zu kommen. Z.B. von jemandem der gebaut hat kann man keinen Umzug verlangen wenn eine neue Arbeitsstelle weiter weg ist. Allerdings sollte hier das genutzte Fahrzeug bei der Berechnung bedacht werden. Wer meint mit einem 12l Auto pendeln zu müssen bekommt halt nichts.

tl;dr:

Wir sollten lernen das Auto als das zu sehen was es inzwischen ist, ein Luxus den man nur in geringen Dosen nutzen sollte, und wenn man das nicht will muss man halt dafür zahlen. Ist zwar unschön, unpopulär, aber nunmal die Realität.

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