Gleichgeschlechtliche Ehen und alternative Partnerschaften

Endlich hat sich ein amerikanischer Präsident zu etwas so grundsätzlichem wie der Anerkennung der Ehe gleichgeschlechtlicher Paare klar geäußert. Das ist in den USA mutig und wird sicher viele Gräben zu den ewig gestrigen und religiösen Fanatikern aufreißen. Nichtsdestotrotz ist es zukunftsweisend und keine freie Gesellschaft wird sich dem auf kurz oder lang verweigern können.

In Deutschland (ich sage extra nicht Europa, wenn man sich die homophoben religiös geprägten Länder anschaut), wird das größtenteils nur ein „Oh, really?“ verursachen. Hier ist man inzwischen weiter, wenn auch noch nicht weit genug.

Komplett gleichberechtigt sind gleichgeschlechtliche Paare leider immer noch nicht. Gerade was Kinder, Steuer, Erbrecht und Rechte im Krankheitsfall etc. angeht gibt es immer noch große Defizite im Vergleich zur Hetero-Ehe. Gleichgeschlechtliche Paare werden weiterhin diskriminiert.

Eigentlich sollte das Geschlecht bei Partnerschaften überhaupt keine Rolle spielen, es geht den Staat schlicht nicht an ob es Mann/Frau, Frau/Frau oder Mann/Mann sind. Im Prinzip sollte es auch egal sein ob 2 oder mehr Partner in einer solchen Gemeinschaft zusammen leben.

Jeder kann für sich selber entscheiden wie er sein Leben führen möchte, und gerade heutzutage, wo selbst zwei Einkommen in vielen Fällen nicht für den Unterhalt einer Familie reichen, muss man auch die Möglichkeit haben hier nach Alternativen zu suchen.

Warum sollen nicht z.B. zwei Männer und eine Frau eine eingetragene Partnerschaft bilden in der jeder für den anderen die gleichen Pflichten und Rechte hat wie in einer heutigen Ehe? Solange die Mitglieder einer solchen Gemeinschaft das selber managen können (ich wäre viel zu eifersüchtig 😉 ) ist das doch eine prima Sache, bei der alle gewinnen können.

Anderes Beispiel, 3 alleinerziehende Singles können oder möchten keine Ehe haben aber wollen trotzdem sicher sein das man sich um sie kümmert sollte etwas passieren. Dann wird aus einer einer solchen Partnerschaft eine sinnvolle Zweckgemeinschaft. Sei es im Krankheitsfall oder wenn es um die Kinder geht. Hier ist rechtliche Sicherheit nötig die im Endeffekt auch die Sozialkassen entlastet.

Kindern ist es egal ob sie 2 Väter und eine Mutter oder 3 Mütter haben. In der Realität sieht es doch schon so aus das immer mehr Kinder dank Patchwork-Familien mehrere Eltern haben. Völlig unabhängig von genetischer Verwandschaft.

Die Vorstellung das eine gute Familie aus Vater, Mutter und 1,5 Kindern besteht ist veraltet. Es funktioniert gut, keine Frage, aber es sollte kein politisches und gesellschaftliches Dogma sein das es so sein MUSS. Hier muss pragmatisch auf die gegebenen Verhältnisse reagiert werden. Dies geht nicht über Nacht, aber es muss stetig voran gehen.

Es gibt keinen Grund veraltete Gesellschaftsnormen auf Teufel-komm-raus fest zu legen wenn sie von der Realität schon lange überholt wurden.

Gut formuliert wurde das auch im Programm der Piraten unter Geschlechter und Familienpolitik

Und überhaupt, warum sollen Homosexuelle nicht die gleichen Fehler machen dürfen wie Heterosexuelle? 😉

tl;dr

Der Weg zu einer echten Anerkennung gleichgeschlechtlicher und alternativer Partnerschaften ist noch weit und immer noch nicht beendet. Verkrustete gesellschaftliche Ansichten müssen aufgebrochen werden.

Dieser Beitrag wurde unter Gesellschaft, Piraten veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.